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Folge 7 · 17. Juli 2026 · 79 Min

„Wer heute nicht über KI nachdenkt, wird es morgen schwer haben" – Interview mit Peter Nowack

Peter Nowack, Geschäftsführer der Gamma Placetel GmbH, über seinen Weg vom Beamten zum Gründer, den Aufbau von Placetel und warum KI-Telefonassistenten heute existenziell sind.

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„Ein Unternehmen, das heute nicht über KI nachdenkt, wird es morgen nicht mehr geben." Mit dieser klaren These startet Peter Nowack, Geschäftsführer der Gamma Placetel GmbH, in diese Folge. Im Gespräch mit Daniel Selbach erzählt er von einem ungewöhnlichen Karriereweg: von der Deutschen Telekom über Hongkong und Singapur, raus aus dem Beamtenverhältnis, hinein in die Gründung von VoiceInt, finocom und Placetel. Es geht um den Verkauf an BroadSoft, die Zeit unter Cisco, den Wechsel zu Gamma und um die nächste große Wette: Placetel AI. Und darum, was Führung in einer permanenten Transformation eigentlich bedeutet.

Über den Gast

Peter Nowack ist Geschäftsführer der Gamma Placetel GmbH. Seine Laufbahn begann bei der Deutschen Telekom und führte ihn über Stationen in Hongkong und Singapur, bis er das sichere Beamtenverhältnis gegen die Selbstständigkeit tauschte. Er gründete VoiceInt und finocom, baute Placetel auf, verkaufte das Unternehmen an BroadSoft und führte es durch die Zeit unter Cisco bis zu Gamma. Heute treibt er mit Placetel AI die nächste große Transformation.

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Im Detail

Drei Wellen: Mobilfunk, Cloud, KI

Peter Nowack hat in seiner Laufbahn drei große Technologiewellen miterlebt: den Mobilfunk, den Umstieg auf IP und Cloud und jetzt die künstliche Intelligenz. Der Unterschied zur heutigen Welle liegt für ihn im Tempo. Was früher Jahre brauchte, um Märkte umzubauen, passiert bei KI in Monaten. Deshalb hält er seine Eingangsthese auch nicht für Zuspitzung, sondern für eine nüchterne Beobachtung: Wer sich heute nicht mit KI beschäftigt, verliert morgen den Anschluss. Einen Wendepunkt für Placetel beschreibt er ganz konkret, einen „OMR-Moment”, nach dem klar war, dass sich die strategische Richtung ändern muss.

Vom Beamten auf Lebenszeit zum Gründer

Peters Weg ist alles andere als geradlinig. Er startete bei der Deutschen Telekom, arbeitete international in Hongkong und Singapur und hatte ein sicheres Beamtenverhältnis, das er schließlich gegen die Selbstständigkeit eintauschte. Mit VoiceInt baute er Sprachportale, lange bevor jemand von generativer KI sprach, danach folgten finocom und der Aufbau von Placetel. Aus seinem ersten Exit nahm er Lektionen mit, die ihn bis heute prägen: Standards und saubere Prozesse sind die Grundlage jeder Skalierung, und am Ende entscheidet weniger die Technologie als das Vertrauen der Kunden.

Wie Placetel den Markt veränderte

Placetel setzte früh auf „Digital Direct”: Cloud-Telefonie direkt und digital zu buchen, mit Self-Service statt Außendienst und einer Preisstrategie, die den Markt der klassischen Telefonanlagen im Keller ordentlich durcheinanderbrachte. Was heute selbstverständlich klingt, war damals disruptiv, und es zog die Aufmerksamkeit der großen Player auf sich. Der Verkauf an BroadSoft begann dann so unwahrscheinlich, wie Gründergeschichten eben beginnen: bei einem Abendessen, mit einer Skizze auf einer Serviette.

Von BroadSoft über Cisco zu Gamma

Nach dem Exit blieb Peter an Bord, durch die BroadSoft-Zeit, die Übernahme durch Cisco und schließlich den Wechsel zu Gamma. Offen spricht er über die unterschiedlichen Welten: Ciscos globaler Enterprise-Go-to-Market passte nur bedingt zu einem Produkt, das für den deutschen Mittelstand gebaut wurde. Gamma sieht er dagegen als den strategisch richtigen Eigentümer, weil Fokus, Marktverständnis und Größenordnung zusammenpassen. Für Kunden und Partner heißt das: kurze Wege und ein Produkt, das wieder im Zentrum der Strategie steht.

Placetel AI: kein Add-on, sondern existenziell

Im Zentrum der Folge steht die nächste Transformation. KI-Telefonassistenten sind für Placetel kein zusätzliches Feature im Katalog, sondern eine strategische, in Peters Worten sogar existenzielle Innovation. Über 90 Prozent der Entwicklungsressourcen fließen inzwischen in KI, und das erklärte Ziel ist ambitioniert: Placetel will perspektivisch mehr Umsatz mit KI machen als mit klassischer Cloud-Telefonie. Wie schnell sich KI-Geschäftsmodelle dabei verändern, erlebt das Team laufend, und genau deshalb hält Peter Geschwindigkeit für wichtiger als den perfekten Plan.

Warum KI-Projekte scheitern und wie nicht

Bei aller Euphorie bleibt Peter Praktiker. Viele KI-Projekte scheitern aus seiner Sicht daran, dass sie zu viel auf einmal lösen wollen. Sein Rat: mit einem klar definierten Anwendungsfall starten, den Erfolg messbar machen und den Assistenten nach dem Go-live kontinuierlich optimieren, statt ihn als fertig abzuhaken. Eine zentrale Rolle sieht er dabei künftig bei IT-Systemhäusern und Partnern, für die rund um KI-Kommunikation ein neues Geschäftsfeld entsteht: Beratung, Einführung und laufende Betreuung statt einmaliger Lizenzverkauf.

Führung, Empathie und die Telefonie im Jahr 2030

Zum Schluss wird es grundsätzlich. Ersetzt KI Arbeitsplätze? Peter sieht vor allem Entlastung von Routine, damit Menschen sich um das kümmern können, was Maschinen nicht leisten. Führung in einer permanenten Transformation bedeutet für ihn Gelassenheit, ein starkes Team und eine Eigenschaft, die bei B2B-Gründern chronisch unterschätzt wird: Empathie. Und die Telefonie 2030? Sie wird intelligenter, automatisierter und stärker von Assistenten geprägt sein, sagt der Mann, der die Branche seit fast 20 Jahren mitgestaltet und den nach eigener Aussage vor allem eines antreibt: dass die spannendste Phase gerade erst beginnt.


Aufgezeichnet im Podhaus Hamburg.

„Ein Unternehmen, das heute nicht über KI nachdenkt, wird es morgen nicht mehr geben.“

Kernaussagen

  1. 1

    KI ist die dritte große Welle

    Nach Mobilfunk und der Cloud verändert jetzt KI die Unternehmenskommunikation. Diese Welle rollt schneller und tiefer als die davor.

  2. 2

    Placetel AI ist kein Add-on

    KI-Telefonassistenten sind für Placetel strategisch, aus Peters Sicht sogar existenziell. Über 90 Prozent der Entwicklungsressourcen fließen in KI.

  3. 3

    Ein Use Case statt alles auf einmal

    Viele KI-Projekte scheitern, weil sie zu viel gleichzeitig lösen wollen. Ein klar definierter Anwendungsfall bringt schneller echten Nutzen.

  4. 4

    Go-live ist erst der Anfang

    Ein erfolgreicher KI-Assistent wird nach dem Start kontinuierlich gemessen und optimiert, sonst bleibt er hinter seinen Möglichkeiten.

  5. 5

    Partner werden zum Schlüssel

    Für IT-Systemhäuser und Placetel-Partner entsteht rund um KI-Kommunikation ein neues Geschäftsfeld mit eigenen Modellen.

Key Takeaways

Konkret starten

Mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall beginnen statt mit dem Großprojekt, das alles auf einmal will.

Erfolg messbar machen

KPIs festlegen und den Assistenten nach dem Go-live laufend auswerten und nachschärfen.

Menschen mitnehmen

Transformation braucht Kommunikation, Kultur und Empathie, nicht nur Technologie.

Die zentrale Botschaft

KI verändert die Unternehmenskommunikation so grundlegend wie einst Mobilfunk und Cloud. Wer jetzt mit einem klar umrissenen Use Case startet, den Erfolg misst und sein Team empathisch durch den Wandel führt, verschafft sich einen echten Vorsprung. Wer wartet, riskiert den Anschluss.

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